Was tun im Notfall?

Was tun im Notfall?

Viele Pferdebesitzer sind im Falle von auftretenden Erkrankungsbildern verständlicherweise verunsichert und häufig nicht in der Lage, die Dringlichkeit einer Untersuchungs- und Behandlungsnotwendigkeit ihres Pferdes einzuschätzen.

Ohne das Pferd untersucht zu haben, kann auch kein Tierarzt dies mit Sicherheit am Telefon klären.

Deswegen gilt der Grundsatz:
Wenn ein Erkrankungszustand vom Besitzer als Notfall eingeschätzt wird, ist der Fall mit entsprechender Dringlichkeit zu behandeln.

Wir stehen Ihnen an 365 Tagen 24 Stunden mit unserem fachkundigen Tierärzte-Team zur Verfügung.

 Notfall-Tel.: 0611/50 20 13

Ein Nofall liegt vor bei:

  • plötzlich auftretenden Krankheitssymptomen, die mit hochgradigen Störungen einhergehen und bei denen auch nach wenigen Minuten keine sichtbare Verbesserung des Bildes erkennbar werden. (z.B. Kolik, Schlundverstopfung, stark blutende Verletzungen usw.)

Es ist von großer Hilfe, wenn bei Ihrem Anruf ein Maximum an objektiver Information vorliegt.

Wichtig zu wissen:

  • Art und Auftreten der Symptome
  • Ursache oder Verdachtsursache
  • Umfang eines möglicherweise erkennbaren Schadens
  • Vorangegangene Behandlungen und Reaktionen darauf

Nicht vergessen:

  • Ihren Namen
  • Ihre Kontakttelefonnummern
  • Den genauen Standort des Tieres
  • Zuständige Personen

 

Folgende Notfälle können auftreten und erfordern ein sofortiges Handeln:

Kolik
Anzeichen einer Kolik: Unruhe, Scharren, Flehmen, zum Bauch umschauen, gegen den Bauch treten, Wälzen, Schwitzen, Verweigerung der Futteraufnahme

  • Tierarzt rufen!
  • chritt führen
  • bei unkontrollierbarem Hinlegen, Pferd an Ort mit viel Platz und weichem Boden verbringen (Reithalle)
  • kein Futter
  • Wasser anbieten
  • Ruhige Tiere liegen lassen
  • bei Ankunft des Tierarztes 2 Eimer bereithalten, 1x lauwarmes Wasser, 1x leer


Schlundverstopfung
Anzeichen einer Schlundverstopfung: Unruhe, ggf. Koliksymptome,  gestreckte Kopf-Hals-Haltung, Speicheln, Verweigerung der Futteraufnahme,  u. U. ist eine Schwellung an der linken Halsseite sichtbar

  • Tierarzt rufen!
  • Schritt führen
  • kein Futter
  • linke Halsseite herzwärts massieren

Sturz

  • Tierarzt rufen!
  • Pferd nicht zum Aufstehen zwingen
  • wenn Pferd aufstehen kann auf Lahmheit und Wunden achten
  • bei hochgradiger Lahmheit an Ort und Stelle bleiben


Wunde

  • Tierarzt rufen!
  • bei starker Blutung Druckverband, alternativ sauberes Tuch o.ä. (optimal saubere Kompresse - Autonotfallset) fest auf Wunde drücken
  • bei starker Verschmutzung mit  fließendem Wasser abwaschen
  • Fremdkörper ggf. belassen, wenn dadurch noch stärker blutende Wunde zu erwarten ist


hochgradige Lahmheit

  • Tierarzt rufen!
  • Pferd  so wenig wie möglich bewegen
  • im Falle eines Nageltritts, Nagel nur herausziehen, wenn Gefahr besteht, dass dieser noch tiefer eindringt – dann Einstichstelle markieren und beim Entfernen auf Stichrichtung und -tiefe achten, Nagel aufheben


Hufrehe
Anzeichen einer Hufrehe: Pferd mag sich nicht mehr bewegen,  „klammer“ Gang, Hinterbeine unter den Bauch geschoben, Vorderbeine vorangestellt, warme Hufe, deutliche Schmerzen in der Wendung, kann Hufe schlecht geben

  • Tierarzt rufen!
  • Pferd so wenig wie möglich bewegen
  • Box weich einstreuen, am besten mit Spänen
  • Hufe kühlen (Eimer mit kaltem Wasser, Eispacks)
  • Kein Kraftfutter füttern